Immer aktuell....
Männer ....Männer für den Männerchor
Einfach den Flyer lesen und am Dienstag unverbindlich reinschnuppern, da
werden ihre Ohren Augen machen!
Sängerabende 2025(veröfffentlicht 14.11.2025 DieBildschirmzeitung)
Alttann – Weit war der Bogen, den Peter Schad mit seiner klugen Stückauswahl für die
diesjährigen Sängerabende des Männerchores Alttann spannte. Im Nu war der triste
Novembernebel draußen vergessen, als Peter Schads Mannen den voll besetzten Saal des
Hauses für Bürger und Gäste betraten.
Vorstand Karl Motz begrüßte erfreut die große Besucherschar, unter ihnen die
Geistlichkeit, Gemeinderäte und insbesondere die Freunde aus Rüthi in der Schweiz, nah
am Hohen Kasten im St. Galler Rheintal. Auch den Neuen im Ensemble, Dieter Linse,
hieß er willkommen. Er betonte, trotz des unveränderten Mottos „Männer mag man
eben“ sei dieser Abend beileibe keine Wiederholung vom Vorjahr und recht sollte er
behalten. An zwei Abenden wurde das Programm dargeboten.
Ansager und Multitalent Josef Matheis (Bild) verbreitete flugs Heiterkeit, als er die
Unersetzlichkeit, die Schlauheit, die Sonderbarkeit und Verletzlichkeit der Männer pries,
was doch die Frauen sicher auch so sähen. Mit stolzer Inbrunst und aus völliger
Überzeugung wurde gleich das „Männer mag man eben“ intoniert, begleitet von Franz Ott
am Klavier und Josef Matheis am Cajon. Alle Register waren dabei gefordert und gaben
ihr Bestes.
Josef Matheis rezitiert „D‘r Gsangverei“
Matheis strapazierte die Lachmuskeln weiter mit dem Gedicht „D‘r Gsangverei“
(Sebastian Blau), wo erst mal „nohmol jeder huastat, die Mäuler sperrangelweit uf send,
dia Manna kommet net nuf, hohl dr Bierbrauerbass sei, aber dr Gsang aufs Gmüat gehe
und schließlich durstig macht“.
Weil der nächste Titel „Der größte Chor der Welt“ hieß, stand die Frage im Raum, wie
groß denn die Alttanner denn wirklich seien. Die ließen sich nicht lumpen, streckten alle
Arme in die Höhe mit einem lauten „sooo groß“!
Georg Deger erster Solist
Georg Deger (Bild) war der erst mal alleinige Sänger, der dann mit seiner Sangeskunst
im Traum Millionen Stimmen und Herzen erreicht, egal wie perfekt oder schlecht sie
mitsingen, aber doch jeder Song ein Licht im Dunkel sei! Ein nachdenklicher Titel ist das,
wunderbar einstudiert von Peter Schad.
Im Köfferle das alte Russland und mehr
Vor dem nächsten Programmpunkt durfte man erst mal erfahren, welche Geheimnisse
denn in Matheis’ Köfferle versteckt sind. Es sind die Erinnerungen der Sänger an ihre
gesungenen Reisen um die Welt, wozu natürlich auch das alte Russland gehöre. Die
unvergesslich schöne Schiwago-Melodie war damit angesagt. Man fühlte sich unmittelbar
in Film oder Buch getragen, als der Männerchor einfühlsam mit gekonnt wechselnder
Dynamik, toll von Ott am Klavier begleitet, diesen Titel vortrug. Und sicher träumten die
weiblichen Gäste von ihrem damaligen Frauenstar Omar Sharif, der den Yuri Schiwago
spielte.
Mit „Der Zar und das Mädchen“ blieb man im alten Russland. Mireille Mathieu gab vor
Zeiten das schöne Mädchen Maria, das des Zaren heißes Werben nicht beeindruckte, weil
es besser sei, frei wie ein Vogel zu leben, als im goldenen Käfig zu sein. Wie schön dies
auch Männer zum Ausdruck bringen können, bewiesen die Alttanner überzeugend.
Kuno Reichle und Chor lassen die „Abendglocken“ erklingen
Auch die nun folgenden „Abendglocken“ klangen aus dem traditionellen Russland. Die
nun wehmütige Stimmung lockerte Matheis humorvoll auf, indem er den Tenor Kuno
Reichle und dessen goldene Kehle „bei diesen im Moment so hohen Goldpreisen“
vorstellte. Reichle, Ott und Chor brachten die orthodox anmutenden Glocken
ausdrucksvoll und dennoch versunken herrlich zum Klingen, was gar den Dirigenten zum
Applaus bewog.
Kuno Reichle gibt sich russisch.
Manuel Zieher und Franz Ott bringen Mozart zu Gehör
Auf der Bühne wurde nun Platz gemacht für die Überraschung, die der Männerchor in
jedem Konzert bereithält. Diesmal war es Manuel Zieher von der Bruno-Frey-Musikschule
Biberach, Dirigent der Stadtkapelle Bad Schussenried und im Ensemble der
oberschwäbischen Dorfmusikanten, die Schad so lange führte. Manuel Zieher am
Tenorhorn (Bild) und Franz Ott spielten im Duett Mozarts Romanze aus der „Kleinen
Nachtmusik“. Wenn dies auf nur zwei Instrumenten interpretiert wird, fordert das
besonderes Können. Mit tollen Läufen und bestens aufeinander eingespielt trugen beide
diese Romanze vor.
Der Mann am Klavier: Franz Ott
Walter Appenmaier mit dem Hobellied
Zurück auf der Bühne nahmen sich die Männer das auch von Paul Hörbiger gesungene
“Hobellied” vor, in dem die Einen alles haben, die anderen nichts, am Ende aber alle
gleich sind. Walter Appenmaier, von Matheis zurecht als Sängerlegende angekündigt,
übernahm, als Schreiner gewandet, den Hobel in der Hand, gekonnt die Solistenrolle und
legte den Hobel, wie im Lied, schließlich energisch auf Otts Klavier. Ott hatte ihn sensibel
durch das nachdenkliche Lied begleitet.
Walter Appenmaier singt das „Hobellied”.
Nachdenklich war auch „Nimm die Stunden, wie sie kommen“, dessen Text von Jules
Verard stammt. „Träume nicht von besseren Tagen, niemand bringt sie dir zurück, das
Glück ist kurz“ und man freue sich, wenn die Sonne wieder scheint, heißt es darin und
das passte doch auch so gut in unsere Zeit.
Mit „Memory“ aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Cats“ ging‘s weiter und Schads Sänger
hatten kaum Probleme, es Elaine Paigé gleichzutun, haben sie doch weit mehr Register
als nur eine Ausnahmekünstlerin es hat. Auch hier wieder überraschte die Dynamik des
Männerchors.
Der „Werbeblock“
Teil eins des Konzerts endete mit dem „Werbeblock“. Peter Schad dazu: „Auch wir
machen’s wie alle Rundfunkstationen.“ Die Aufforderung war klar: Männer in den
Männerchor!
Der lustige Frater
Lustig wurde es wieder mit dem „Frater Kellermeister“. Egon Gaidzik in Mönchskutte
(Bild) begab sich zum auf der Bühne stehenden Fass mit vollem Weinglas, hatte er doch
den strengen Auftrag seines Abtes, den besten Wein zu finden. Er tat dies bei allen
Winzern und Kneipen und lässt so seinen Abt bis heute auf das Ergebnis warten, so
gewissenhaft führte er seinen Auftrag aus! Dass ihm dabei Kopf und Zunge bisweilen
schwer wurden, demonstrierte er absolut überzeugend. Ganz in diesem Sinne hatte
Matheis diese spaßigen Szenen angesagt. Demnach gelte der Wein doch auch als Arznei,
die den Patienten stets jünger mache. Aber bei seinen Selbstversuchen sage seine Frau
stets, „heut siehst aber wieder alt aus“, genau wie der Frater hier.
Mönch Egon beim Verkosten.
Auch vom Männerchor Alttann gern besungen: der Wein
Die Themen Wein und Reben fanden sich auch im „Herrlichen Weinland“ und in Johann
Strauss’ „Feuerstrom der Reben“ aus der Operette „Fledermaus“. Feurig besang Johannes
Oßwald die zu Wein werdenden Reben und gleichzeitig wurde dazu tüchtig eingeschenkt,
mehr stimmlich als flüssig!
Schorsch Deger beim „Feuerstrom”.
Humorvoll beschrieb Matheis davor den Wettstreit zweier Winzer aus dem Ahrtal und von
der Mosel. Sie wollten ihrem Wein zugkräftige Attribute geben wie Ahrblume, Moselperle
und überboten sich dabei, bis der Moselwinzer zum entscheidenden Sieg ansetzte und
sein Produkt Moselschlecker nannte, was der Ahrtaler niemals übernehmen konnte! Zwei
gelungene Weinlieder stimmten die Männer aus Erfahrung freudig an.
Kuno Reichle lässt auch Besucher vom „Feuerstrom” nippen.
Die Schöne in Athen
Dann ging’s mit „Yasmina“ nach Athen, wo der Yasmin und eine Schöne erblühten. Leider
wurden beide vom Liebhaber enttäuscht. Auch dazu fanden die doch so sensiblen Männer
den richtigen Ton bei Begleitung durch Klavier und Cajon.
Die schöne Rose im Aostatal
Man fand dann ins Aostatal zu „Belle Rose du Printemps“. Mit harmonischem Summen
begann der Titel und fuhr stimmungsvoll getragen fort – wahrlich ein berührender
Choral!
Missverständnis
Wieder in der Realität angekommen berichtete Matheis von einem Zusammensein eines
Schweizers mit einem Italiener. Letzterer fragte höflich come stai (wie geht‘s)?. In
diesem Moment traf ein herabstüzender Stein den Hinterkopf des Schweizers. „Du
hättest mich doch warnen können“, rief der. Der Italiener darauf, habe doch gesagt,
come stai!
Mit dem neapolitanischen Schifferlied „Tiritomba“ blieb man noch in Italien. Auch diese
beliebte Melodie gelang den Männern vorzüglich in allen Registern, wieder am Klavier
begleitet.
Wenn die Mühle klappert
Natürlich durfte auch ein deutsches Volkslied nicht fehlen, das Peter Schad für seinen
Chor naturnah bearbeitet hat. Während die Männer das Mühlenlied sangen, ließ Matheis
die Mühle aus dem Hintergrund rhythmisch klappern.
Froschtöne aller Art
Für Manuel Zieher wurde die Bühne erneut geräumt. Auf der Posaune mit Dämpfer und
Hand spielte er die „Froschpolka“ (Bild). Dabei ließ er vom Ochsenfrosch über die Kröte
bis zum kleinen Frosch ihr Quaken hören, was die Gäste wiederholt staunend lächeln
ließ. Auch sein Alphorn hatte Zieher mitgebracht, auf dem er schwierigste Fantasien in
hohen und sehr tiefen, in leisen und lauten Tönen mit präziser Lippenspannung spielte.
Dafür erntete er lang anhaltenden Applaus.
Manuel Zieher mit seinem Alphorn.
Schorsch Deger und das Handy
Danach folgte wieder eine Heiterkeit mit dem Handylied und Solist Schorsch Deger. Bei
der Ansage hatte Matheis ein übergroßes Handy (Bild) noch mit Antenne auf dem Arm.
Deger hatte die Idee dazu in einer Nacht, als er nach dem WC-Besuch nicht mehr
einschlafen konnte. Recht originell beschrieb er die heutige Allgegenwart des Handys,
seine Möglichkeiten bis zum Musikhören, seinen Nutzen, aber auch die Gefahren dieses
kleinen Geräts. Obwohl doch das Handy alles wisse und alles google, werde nicht selten
das Konto seines Besitzers leer. Deger, das Urgestein des Chors, sang das Lied mit
Schwung und schleuderte das Handy schließlich wütend auf den Boden!
Handyman Schorsch Deger.
Frauenverstehende Männer
Den Evergreen „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ moderierte Matheis mit der
Erkenntnis an, dass nur über Blondinen gewitzelt werde, nie aber über blonde Männer.
Dazu sein Rat: Nehmen wir die Frauen, wie sie nun mal sind, es gibt keine besseren.
Dass alle anwesenden Frauen die männliche Botschaft des Titels verstanden, dürfte
sicher sein!
Alle stimmen in Cohens „Halleluja“ ein
Grandios war die sich anschließende Interpretation von Leonard Cohens „Halleluja“.
Davor zitierte Matheis Ludwig Thomas „Münchner im Himmel“, der als Engel Aloisius dort
bekanntlich frohlocken sollte. Wesentlich gefühlvoller beherrschte dies der Solist
Johannes Osswald mit Chor, Klavier und Cajon. Die Begeisterung im Saal war so stark,
dass Peter Schad alle zum Mitsingen der Halleluja-Passagen aufforderte, womit ein
großer Chor die Männer auf der Bühne begleitete.
Johannes Oßwald beim Halleluja.
„Grad schad“, meinte Matheis zum Ende des Konzerts und betonte, Frohsinn und Gesang
halten jung, wie man dienstags an den Proben sehe, die, wie im Gedicht „D‘r
Gsangverei“, am Ende müde und durstig machen! Vorsitzender Karl Motz dankte nun
allen, die diesen Abend ermöglicht haben, insbesondere den Gästen, die seinen Sängern
reichlich Applaus schenkten, was ja der Lohn für die Sänger sei. Auch Manuel Zieher,
Franz Ott, Peter Schad, insbesondere aber dessen Geduld, und schließlich allen
Sangeskameraden sei herzlich zu danken, so der Vorsitzende.
Vorstand Karl Motz begrüßte die zahlreichen Besucher und dankte am Schluss allen
Mitwirkenden.
Mehrere Zugaben
Die obligatorische Zugabe war das romantische „Bergheimat“, dessen Klang wie Echo im
Tal anmutete. Und weil die Stimmung im Saal ungebrochen blieb, forderte Peter Schad
alle Gäste auf, gemeinsam das „Abendstille überall“ zu singen, das schließlich gar als
Kanon klappte. Mit „Kommat guat über d‘r Winter“ verabschiedete sich Schad mit seinem
Chor von einem erfolgreichen Konzertabend.
Dirigent Peter Schad mit wohlverdientem Lohn.
Text und Fotos: Peter Lutz
Bild P.Lutz 11.2025
Herzlichen Dank für den zahlreichen Besuch unserer 2 Sängerabende im November,
unser Motto: “Uns” Männer mag man eben- hat sich voll bestätigt!